Wir blättern in der Vereins-Chronik

1904: Am 10. November wurden f√ľr eine Wabenpresse samt Porto 19,70 Kronen aufgewendet.- 1927 wurde anl√§√ülich des 25 j√§hrigen Gr√ľndungsfestes ein Festabend abgehalten. Der Reingewinnn wurde zum Ankauf einer Stockwaage verwendet. Der Neupreis wird mit 92 S angegeben.

In den drei√üiger Jahren bildeten sich unter den Mitgliedern politische Gruppen, und es kam zu einer Spaltung der Ortsgruppe. 1932 gr√ľndeten Alois Ruthner und Oswald Hopfinger eine Ortsgruppe des ‚ÄěFreien Verbandes", traten aus dem Landesverband aus und √ľber¬≠lie√üen die f√ľhrerlose Ortsgruppe, die nun fast vor der Aufl√∂¬≠sung stand, ihrem Schicksal. Von 1933 bis 1946 war Alois Ruthner aber wieder Obmann. Als Funktion√§re standen ihm Michael Ehrenm√ľller (Seuchenwart und Schriftf√ľhrer), Os¬≠wald Hopfinger (Schriftf√ľhrer), Hans Seitlinger (Gastwirt) und Hans Affenzeller (B√§ckermeister) zu Seite. Alois Ruthner betrieb auch die K√∂niginnenzucht und stand mit dem weit √ľber √Ėsterreich hinaus bekannten K√∂niginnenz√ľchter mit sei¬≠ner ber√ľhmten ‚Äě47 er K√∂nigin", Guido Sklenar aus Mistelbach (N.√Ė.), in Verbindung.

1938 bis 1945 wurden alle Imker in die ‚ÄěReichsfachgruppe Imker" mit dem Sitz in Berlin eingegliedert. Im Zweiten Welt¬≠krieg verwaisten viele Bienenst√§nde, da viele Imker nicht mehr heimkehrten. Die Verdienste von Obmann Hans Affen-zeller, der seit 1931 die Imkerei betrieb und von 1946 bis 1972 Obmann war, wurden vom O√ĖLBZV oft anerkannt und durch Diplome belegt. Er wurde f√ľr 40 j√§hrige Mitgliedschaft mit der Goldenen Imkernadel, f√ľr 25 Jahre Obmann mit der Bronzenen Weippl-Medaille ausgezeichnet und 1972 zum Ehrenobmann ernannt. Unter seiner √Ągide wurde laut Pr√§si¬≠dent Scharl die OG Gallneukirchen die ‚ÄěMusterortsgruppe von Ober√∂sterreich".

Vielfach waren auch die Verdienste von Dir. Alfred Bodingbauer (von 1972 bis 1978 Obmann, dann Ehrenobmann). Er besch√§ftigte sich seit 1946 mit der Bienenzucht, wurde 1949 in den Ausschu√ü Gesundheitswesen berufen, agierte von 1950 bis 1953 als Schriftf√ľhrer, ab 1953 als Zuchtwart und ab 1961 als Obmannstellvertreter. Von 1972 bis 1982 gab er als Wan¬≠derlehrer seine vielf√§ltigen Kenntnisse vielen Imkerkollegen weiter. Alfred Bodingbauer baute das Gesundheitswesen aus und gr√ľndete 1971 eine Zuchtgruppe Gallneukirchen.

Der Beginn war mit sieben Z√ľchtern sehr vielverspre¬≠chend. (Evangelische Anstalt - Waldheimat, Missi¬≠onshaus Schlo√ü Riedegg, Dr. Hirsch aus Alberndorf, Eder (Linzerberg), Ehrenm√ľller (Linzer OG), Klambauer und Dir. Bodingbauer als Zuchtreferent). Der Verein kaufte 35 Begattungsk√§stchen, die Z√ľchter je f√ľnf K√§stchen. Boding¬≠bauer und Ehrenm√ľller bauten Versandk√§sten.

Den Zuchtstoff (Ei oder eint√§gige Larven) stellte die Imkerschule. Die Erfolge waren sehr verschieden, wie es eben bei Anf√§ngern der Fall ist. Leider verrin¬≠gerte sich die Zahl der Z√ľchter rasch. Dr. Hirsch hatte zu we¬≠nig Zeit, der Riedegger Imker wurde nach Afrika versetzt, Eder baute ein Haus, und Ehrenm√ľller h√∂rte wegen Alters auf.

Neue Z√ľchter kamen dazu: Zauner, Abrandner, Zeinhofer, Karl und Weichselbaum. Durch Ankauf von Reinzuchtk√∂ni¬≠ginnen und Verlosung bei den Jahreshauptversammlungen wurden die Bienenv√∂lker mit wertvollen K√∂niginnen versorgt. Die hohen Kosten und die schlechte imkerliche Ausbildung der Z√ľchter f√ľhrten aber zum Abbruch der Zuchtt√§tigkeit, zu dem auch das Auftreten der Faulbrut beitrug.

Alfred Bodingbauer bekleidete auch im O√ĖLBZV wichtige Funktionen: so war er B√ľcherwart, Landeszuchtreferent, von 1971 bis 1976 2.Vizepr√§sident, von 1977 bis 1982 1.Vize¬≠pr√§sident und Mitglied der Zentralleitung des Verbandes. Bodingbauer, der 1983 zum Ehrenmitglied des O√ĖLBZV er¬≠nannt wurde, war auch Tr√§ger der Bronzenen und Silbernen Weippl-Medaille.

Seit 1996 hat Wilhelm Pleiner die Obmannstelle inne.

Im Jahr 2001 feiert der Imkerverein Gallneukirchen sein 100-Jahr-Jubiläum

‚ÄěHochw√ľrdige Bienenv√§ter"

  • Auch die Geistlichkeit betrieb eifrig Bienenzucht:
  • Johann Arocker (Pfarradministrator 1904 bis 1907, dann Pfarrer von 1907 bis 1935);
  • Ignaz P√∂tscher (Kooperator von 1915 bis 1922),
  • Karl Scheurecker (Ko¬≠operator von 1922 bis 1925)
  • und Albert Silberhumer (Ko¬≠operator von 1922 bis 1928 und Pfarrer von 1935 bis 1964).
  • Auch die Evangelische Anstalt widmete sich eifrig der Bienenzucht.

Unsere Vereinslokale

  • 1901 bis 1920: Gasthaus Plakolm
  • 1920 bis 1979: Gasthaus Seitlinger
  • 1979 bis 1994: Gasthaus Handlbauer
  • 1994 bis heute: Gasthaus Landerl

Aus dem Protokoll der Gr√ľndungsversammlung:

Der Gr√ľndungstag: Sonntag, 3. M√§rz 1901

Am Sonntag, dem 3. M√§rz 1901, fand die Gr√ľndungsversammlung der Ortsgruppe J. V. A A A Gallneukirchen und Umgebung unter zahlreicher Beteiligung von Imkern in Plakolms Gasthof statt.

Aus Linz waren gekommen: Der Altmeister der Bienenzucht, Ehrenmitglied Hans Huemer, ferner die Herren Winkler, Rixner und Seyr als Delegierte des Bezirksvereins. Herr Rixner begr√ľ√üte im Namen des Bezirksvereins die Teilnehmer, legte die Ziele des Vereins dar und besprach die Verwendung des Jahresbeitrages (2 Kronen).

Unter gr√∂√üter Aufmerksamkeit hielt hierauf Herr Hans Huemer einen sehr instruktiven Vortrag √ľber den Wert der rationellen Bienenzucht, gedachte der Verdienste Dr. Dzier-zons durch Erfindung des Mobilbaues und des √∂sterreichi¬≠schen Majors Hrusca durch die Erfindung der Honig¬≠schleuder.

Der Redner forderte die Anwesenden auf, mit dem alten, unzul√§nglichen Sy¬≠stem der ‚ÄěKastlst√∂cke" zu brechen und den neuen, beweglichen Bau allm√§hlich einzuf√ľhren, dann erst werden die Bienenz√ľchter ersehen, welche mate¬≠riellen Vorteile dieselben erzielen wer¬≠den. Der Redner weist noch hin auf den Nutzen der Bienen durch Befruchtung der Bl√ľten und gibt eigene Erfahrungen aus Mexiko, Kalifornien, sowie aus Deutsch S√ľdost-Afrika zum Besten.

 

Herr Winkler besprach die g√ľnstige Lage von Gallneukirchen f√ľr die Bienenzucht. Besonders die vie¬≠len Wiesen, welche in der hiesigen Gegend nur zweimal gem√§ht werden, und die N√§he der gro√üen Waldungen seien der Bienenzucht sehr f√∂rderlich. Es meldeten sich hier¬≠auf 19 Mitglieder und es wurde sofort die Einzahlung und die Wahl der Ortsgruppenleitung vorgenommen. Erster Obmann wurde Herr Franz Brunner, B√§ckermeister in Gallneukirchen. Der Grundstein ist gelegt, m√∂ge sich auch die Ortsgruppe Gallneukirchen erweitern, bl√ľhen und gedeihen. Die Gall-neukirchner Ortsgruppe ist die zw√∂lfte des Bezirksvereins Linz, der nun schon 560 Mitglieder z√§hlt. Der Vorsitzende dankte hierauf den Herren Huemer und Winkler f√ľr ihre sehr lehrreichen Vortr√§ge, ebenso den Anwesenden f√ľr die rege Teilnahme. Mit einem dreifachen Hoch auf die Vereinsprotektorin, Ihre Kaiserliche Hoheit der Durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Marie Valerie, wurde die Versammlung geschlossen. Hans Huemer erfreute nun auf allgemeines Verlangen die Versammlung mit heiteren Vortr√§gen apistischen (die Bienenkunde betreffenden, Anm. d. Red.) Inhalts.

Soweit die Chronik √ľber die Gr√ľndungsversammlung.